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Aufbau und Ablauf

Die Intervention liegt manualisiert vor. Die Elemente lassen sich in Form eines Hauses darstellen (siehe Abbildung). Demnach liegt der Intervention eine gute wissenschaftliche Evidenz im Hinblick auf die Wirksamkeit zugrunde. Zur Durchführung benötigen die Therapeuten sowohl interpersonale Fähigkeiten (z.B. Techniken zur Gesprächsführung) als auch Fähigkeiten im Hinblick auf den Prozess der Intervention (wie z.B. die Fähigkeit, Sitzungen miteinander zu verbinden). Als Dach der Intervention stehen Elemente wie z.B. die Einbeziehung des Patienten in Überlegungen zum Behandlungsplan sowie der Ansatz, Widerstand möglichst gering zu halten.

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Die Intervention lässt sich in folgende Phasen unterteilen:

Kennenlernphase
Assessmentphase (im Hinblick auf den Umgang und die Erfahrungen mit sowie die Einstellung zu Medikamenten)
Therapeutische Phase
Evaluationsphase


Die Einheiten sollen nicht länger als 45–60 Minuten dauern. Sowohl in Hinblick auf die Räumlichkeiten als auch auf die Dauer der Einheiten ist Flexibilität wichtig, um sich den Bedürfnissen des Patienten anpassen zu können.

1) Kennenlernphase

Die erste Einheit wird genutzt, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Ziel ist es, ein Klima für eine offene Diskussion zu schaffen. Hierfür muss der Patient Vertrauen fassen und über den Ablauf der Intervention informiert werden.

2) Assessmentphase

Die Assessmentphase dauert ein bis zwei Einheiten. Ziel ist es, etwas über die Medikamentengeschichte des Patienten sowie seine Einstellung zu den bzw. über das Vertrauen in die Medikamente zu erfahren. Die Priorität, welche die Pharmakotherapie für den Patienten hat, sowie das Vertrauen in die Medikamente sind wichtige Parameter, die es zunächst zu erheben und im Rahmen der Therapie zu beeinflussen gilt. Anhand eines strukturierten Assessments werden Informationen dazu erhoben.

3) Therapeutische Phase

Für diese Phase sind vier bis sechs Einheiten vorgesehen. Es steht ein Repertoire an Maßnahmen zur Verfügung, die in dieser Phase zur Anwendung kommen. Dazu gehört z. B., praktische Probleme der Medikamenteneinnahme zu besprechen, gemeinsam mit dem Patienten Ambivalenz heraus- und zu bearbeiten oder über Bedenken gegenüber den Medikamenten zu sprechen.

4) Evaluationsphase

In der letzten Sitzung gilt es, gemeinsam mit dem Patienten den Prozess zu reflektieren
und das Erreichte zu bewerten. Auf der Grundlage des zu Beginn durchgeführten Assessments lässt sich dann feststellen, welche Veränderungen erreicht werden konnten.